Die Macht der Daten

     

    Vielleicht erinnern Sie sich noch, wie ich in meinem letzten Blogartikel ein Lied von Herbert Grönemeyer zitiert habe, um meinen Beitrag über die Selbstauskunft bei Mietinteressenten zu eröffnen. Welche Informationen darf ein Vermieter abfragen, um sich für einen Mietinteressenten zu entscheiden?

    Die Datenschutzgrundverordnung

     

    Im Zuge der nun anstehenden Reformierung des Datenschutzen über die neue Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGV, bin ich als Immobilienmaklerin auch mit diesem Thema beschäftigt und dachte, passt doch sehr gut, einen Blogbeitrag über das Thema zu schreiben.

    Sie kennen den Ausspruch, dass man jemanden lesen kann, „wie in einem Buch“. Vielleicht war das damals der Grundgedanke bei „Facebook“ und nannte es auch gleich „“Gesichtsbuch“ (na, in Deutsch klingt das wirklich etwas schräg 🙂 )

    Tatsache ist: wer bei Facebook dabei ist, über den/die kann man tatsächlich sehr viel herausfinden und diese Daten werden auch von Unternehmen wie meinem aktiv genutzt, um Werbung zu schalten.

    Ursprünglich wollte Marc Zuckerberg wohl mit dieser App Mädels kennenlernen, nun ist ihm das „Datenmonster“ entlaufen, wie Dr. Frankenstein seine Kreatur im gleichnamigen Roman.

    Daten sind bares Geld

     

    Fakt ist: Daten sind bares Geld, beeinflussen Menschen auf allen Ebenen, entscheiden Wahlen, bilden Meinung, wer Daten hat, hat Macht! Wer keine Daten hat, macht nix, kann man/frau ja kaufen.

    In den letzten Wochen habe ich diverse Veranstaltungen zu DSGV besucht und wurde natürlich gleich im ersten Workshop mit der Frage konfrontiert: „Und, was machen Sie so mit den Daten?“

    Genau, was mache ich als Immobilienmaklerin mit den Daten? Woher kommen die Daten? Wer liefert sie mir? Wie freiwillig ist das alles?

    Wo kommen all die Daten her?

     

    Für mich läuft es so: ich erhebe Daten von Kunden, die mir über Email, Anfragen, Telefonanrufe usw. diese liefern („Notieren Sie sich mal meine Handy-Nr. und das ist meine Email-Adresse“). Ich verarbeite diese: entweder als Miet- oder Kaufvertrag. Und/oder ich führe Daten an verarbeitende Stellen weiter (Hausverwaltung, Notar oder Handwerker („Machen Sie doch gleich direkt einen Termin aus“).

    Natürlich entsteht nicht aus jedem Kontakt ein Vertragsverhältnis. Dann „sammelt“ man/frau tatsächlich Daten an, die nicht weiter genutzt und ab einem Zeitpunkt gelöscht werden.

    Alles nicht so schlimm! Oder doch?

    Über Sinn und Unsinn der DSGV will mich nicht auslassen, denn der Grundgedanke, Datenminimierung, Transparenz und Aufklärung der Kunden über ihre hinterlegten Daten, halte ich für richtig und wichtig (ach, den Satz wollte ich auch immer einmal sagen, da fühle ich mich gleich so „Politikerin-like“ J )

    Vielleicht gehen wir alle zu sorglos mit unseren Daten um, aber ebenso „fühlen“ wir, dass uns die Kontrolle über unsere Daten verloren gegangen ist. Nur 15 % der Menschen glauben, dass sie Kontrolle über ihre Daten, die sie online zur Verfügung gestellt haben, sicher sind.

    Glauben, fühlen, hoffen – nicht gut bei Daten

     

    Glauben, fühlen, hoffen – alles Attribute, die zum Thema Datenschutz nicht passen. Wissen, vertrauen, respektieren, das passt zusammen.

    Was heißt das nun für Sie in Zusammenarbeit mit mir oder bei Kontaktaufnahme? Im Grunde ändert sich nicht viel, denn Datenschutz war schon je eh ein Thema, dass jetzt nicht durch die DSGV neu aufs Tablett gekommen ist.

    Auch ich werde meine Vorgänge erneut überprüfen und anpassen. Ein Infoblatt zum Datenschutz wird an Emails angehängt, darin erläutere ich Ihnen meine Vorgehensweise, was mit Ihren Daten geschieht, wann gelöscht wird, dass Sie ein Auskunftsrecht zu Ihren Daten haben, Löschung verlangen können usw.

    Grundsätzlich bleibt festzustellen: ob Facebook, Amazon oder Keil Immobilien GmbH, Datenschutz geht alle Unternehmen an. Sicher eine große Herausforderung, aber das gehört dazu.

    Herzliche Grüße

    Ihre Kerstin Keil

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