Frauen und Immobilien – (k)ein heikles Thema!

     

    Frauen und Immobilien, (k)ein heikles Thema

    Frauen und Immobilien, das scheint ein besonderes Thema zu sein, denn über „Geld und Altersvorsorge“, denken Frauen nicht gerne nach bzw. erst dann, wenn es fast zu spät ist. Ich schließe mich da nicht aus. Vielleicht liegt es in unserem eigenem Selbstverständnis, dass es gesellschaftlich als „unweiblich“ gilt, wenn Frauen sich Gedanken über Geld machen.

    Laut einer Bertelsmann-Studie wird die Zahl der 67-Jährigen, deren Einkommen nicht fürs Leben reicht, künftig stark ansteigen. 2018 verdienten Frauen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer und zahlten weniger in die Rentenversicherung ein. 2018 erhielten Frauen durchschnittlich € 700,- Rente monatlich, Männer knapp € 1.200,-.

    Bedenkt man, dass Frauen vielleicht noch als alleinerziehende Mütter den Lebensunterhalt für Kind/er aufbringen müssen, bleibt rechnerisch gesehen kaum Geld übrig, um noch sukzessive monatlich Vermögen durch Immobilienerwerb aufzubauen.

    Gleichstellung beginnt beim Geld

    Der Immobiliendienstleister RealtyTrac hat vor einiger Zeit in den USA rund 2,1 Millionen Single-Haushalte unter die Lupe genommen, bei denen die Immobilie entweder einem Single-Mann (1,14 Millionen Objekte) oder einer Single-Frau (1,01 Millionen Objekte) gehören. Das überraschende Ergebnis: Der geschätzte Marktwert der Immobilien, die durch Männer erworben wurden, lag im Durchschnitt bei 255.226 US-Dollar und damit rund zehn Prozent über dem der Frauen. Doch damit nicht genug: Die Immobilien der Männer gewannen zusätzlich im Schnitt auch noch schneller an Wert, da diese in einer besseren Wohnlage kaufen konnten und die Mieten entsprechend schneller stiegen.

    Meiner Meinung nach ist finanzielle Unabhängigkeit ein entscheidender Faktor in der Gleichstellung der Geschlechter. Wenn die Einkommenssituation am Arbeitsmarkt weiterhin so ungleich ist, werden Frauen keine echte Gleichberechtigung erfahren. Gleichheit fängt beim Geld an.

     

    Die Ehe als Mittel zur Altersversorgung

     Es klingt jetzt reichlich unromantisch, aber für Frauen scheint das Versorgungssystem Ehe noch immer ein probates Mittel zu sein, um sich für den Lebensabend finanziell abzusichern.

    Wenn Ereignisse wie Trennung/Scheidung oder Todesfall der Partner*in eintreten, kann sich die finanzielle Situation schlagartig ins Negative verkehren. Die finanzielle Sicherheit langfristig auf ein „Gefühl“ aufzubauen, ist gewagt. Noch gewagter, wenn Frauen darüber keine verbindlichen Absprachen in Form von Verträgen treffen.

    Es geht auch anders

     Das Schöne an meinem Beruf ist, dass ich immer wieder interessante Menschen treffe, die mich auf Grund ihres Alters oder ihres Auftretens beeindrucken. Wie z.B. eine junge Frau, die gezielt ihre Vermögenssituation mit Immobilienerwerb fördert (und noch keine 30 Jahre ist). Sie hat kleine Apartments als Investitionsanlage gewählt. Als sie mir von ihrer Anlagestrategie erzählt, war ich beeindruckt, wie gut informiert und strukturiert sie ist. Ihr Geheimnis? Ihre Geldströme kennen und das im Alltag richtig einsetzten. Ich rede nicht von „Geiz ist geil“, aber sie kennt ihre finanziellen Möglichkeiten und legt den Fokus darauf: Handy-Rechnung, Streaming Dienste, hier € 10,-, dort € 10,-. Sie weiß, wo ihr Geld hinfließt bzw. wo sie es einsparen möchte.

    Kennen Sie die Szene aus der Serie „Sex and the City“, wenn Carrie feststellt, dass sie ihr ganzes Geld in Schuhe investiert hat und nun kein Darlehen bei der Bank bekommt, um ihre Wohnung zu kaufen? Nein, ich bediene jetzt nicht klischeehaft das Vorurteil, dass Frauen ihr Geld sinnlos in Klamotten und Schuhe investieren. Aber: Hand aufs Herz – wie viel Geld hängt bei Ihnen als totes Kapital im Schrank? Würden Frauen diese Summen gezielt in die Altersvorsorge investieren z.B. in einen Sparplan, nur € 50,- im Monat, das sind € 600,- im Jahr… rechnen Sie ruhig weiter!

     

    Hier meine Tipps:

    – Scheuen Sie sich nicht über das Thema Geld nachzudenken und sich zu informieren. Lassen Sie sich nicht einreden, Frauen und Geld – das passt nicht zusammen. Das passt sehr wohl, Sie müssen nur wollen

    – Es ist kein Zeichen von Misstrauen Ihrem Partner oder Partnerin gegenüber ein eigenes Konto zu besitzen und eigene Geldanlagestrategien zu verfolgen. Es stärkt sogar eine Beziehung, wenn finanzielle Unabhängigkeit herrscht. Wer eigenes Geld hat, kann eigene Entscheidungen treffen.

    – Folgen Sie der Redensart: „Wer schreibt bleibt, wer spricht nicht“. Denken Sie in Ihrer Partnerschaft über die Möglichkeit von Eheverträgen oder bei Ehelosigkeit über Partnerschaftsverträge nach. Darin wird u.a. geregelt wer wie lange zu Hause bleibt, Kinder oder Angehörige zu betreuen, wie die Renteneinbußen dadurch ausgeglichen werden und wie lange bei Trennung Unterhalt gezahlt werden soll

    – Bei unverheirateten Paaren sollte ein Testament oder einen Erbvertrag aufgesetzt werden, damit diese Dinge über den Tod hinaus geregelt sind.

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    Bleiben Sie guten Mutes

    Ihre Kerstin Keil