Schulstraße – Portrait einer Straße

    Schulstraße

    Heute möchte ich Ihnen die Straße näher vorstellen, mit der meine Familie seit 1914 eng verbunden ist und Standort meines Büros seit nunmehr 8 Jahren ist. Dafür habe ich das Familienarchiv durchstöbert und Interessantes zu Tage gebracht:

    Ein bisschen Familienhistorie

    Mein Urgroßvater Georg Keil, ein engagierter Elektro-Installateur, der maßgeblich an der Elektrifizierung der Mathildenhöhe beteiligt war und das Prädikat „Großherzoglicher Hoflieferant führte, kaufte im Jahr 1914 das Anwesen in der Schulstraße und zog mit seinem Geschäft, das er 1903 als „Elektrotechnisches Institut für Licht und Kraftanlagen“ eröffnete, aus der Elisabethenstraße herüber.

     

    Schulstraße

    Schulstraße Laden Elektro Keil

    In der Brandnacht vom 11.9. auf den 12.9. 1944 brannte das Haus komplett nieder und mein Urgroßvater mit ihm.

    Der Wiederaufbau wurde von meinem Großvater Georg Keil und meiner Großmutter Charlotte gestemmt.

     

    Schulstraße

    Wiederaufbau Geschäft Elektro Keil

    Bis 1989 führte meine Großmutter den Lampenladen in unserem Anwesen und der Elektro-Installationsbetrieb „Elektro Keil“ ist in die Marburger Straße umgesiedelt. Die Firma besteht nunmehr seit 114 Jahren! Es kommt tatsächlich vor, dass ich gerade in älteren Häusern noch Lampen mit dem „Elektro Keil“ Aufkleber vorfinde.

    Schulstraße und wie sie zu ihrem Namen kam

    Ein Blick in das Buch „Darmstadt Strassennamen“ von Georg Schäfer gibt Aufschluss: Die Straße hieß bis 1800 „Finanzstraße“, da sich hier die Finanzkammer befand (die sich heute ja nicht unweit in der Soderstraße befindet).

    Später wurden sie auf Grund der Schulen in der Umgebung (Ludwig-Georgs-Gymnasium und Alice-Eleonoren-Schule in Schulstraße umbenannt und auch heute laufen täglich viele Schüler/Innen durch unsere Straße, wenn sie nach Schulschluss noch etwas Zeit in der Stadt verbringen wollen.

    Eine beliebte Einkaufsstraße

    Eine aktuelle Umfrage vom „Citymarketing Darmstadt“ hat ergeben, dass die Schulstraße eine der beliebtesten Einkaufsstraße der Stadt ist. Und das sicher nicht ohne Grund: Geschäfte mit unterschiedlichem Sortiment und Ware wechseln sich mit trendiger Tagesgastronomie wie dem „Apèro“ oder mit bodenständiger Kneipenkultur wie im Beat Corner ab, Hamburger im Tillmanns Bar oder der schon legendären Suppkultur.

    Das war aber nicht immer so – auch die Schulstraße hatte vor Jahren mit Leerständen und wenig schönen Umständen zu kämpfen. Die Unterführung des Citytunnels ist nur ein Beispiel und bis heute ein schwieriges Thema, wenn auch vor Jahren mit künstlerischer Graffiti-Gestaltung ansprechend gestaltet wurde.

    Der Zusammenschluss der Einzelhändler und Hausbesitzer der Schulstraße brachte die IG Schulstraße e.V. hervor, die in engagierter Arbeit und mit hoher Motivation die Straße in ihrem Potential fördert und ausbaut. Bekannt ist natürlich das alljährliche Schulstraßenfest.

    Das „Nordportal“ der Straße ist nun endlich gestaltet und bietet mit seiner neuen Bepflanzung sommerliche Ausblicke in die Straße.

     

    Schulstraße

    Neue Begrünung in der Schulstraße

    Hier sind fast ausschließlich Inhabergeführte Läden vorhanden und der interessante Branchenmix macht es aus: von Sportbekleidung und Schuhen über Skateboard-Bedarf, Pelz-Design, Mode für Herren und Damen sowie Herrenunterwäsche, über Pflegeprodukte für den anspruchsvollen Mann, kunstvolle Floristin neben Bilderrahmungen, Biobäcker neben Gemüsehändler mit Mittagstisch, Optiker mit coolen Durchsicht neben Hörgeräte-Experten, Wolle zum Stricken für kalte un d warme Tage, Fahrradhändler neben sozial orientierter Second-Hand Buchhandlung und Lotto-Toto für das erhoffte Glück.

    Das Heinerfest wirbt mit dem simplen, aber charmantem Spruch: „Kommt alle her“

    Das rufe ich Ihnen auch zu!

    Vielleicht sehen wir uns ja in der Schulstraße

    Ihre Kerstin Keil

    Weiterführende Links: Webseite über die Geschäfte

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